Eisenbahneuphorie im Fünflibertal

Um 1870 bildeten sich im Kanton Baselland als auch im Kanton Solothurn verschiedene Komitees, die sich des Wasserfallenbahn-Projektes annahmen. 1873 erteilte die Schweizerische Centralbahn die Konzession zum Bau der Wasserfallen-Bahn. Die Strecke hätte von Liestal, eventuell auch von Basel, über Bubendorf, Ziefen, Reigoldswil durch den Wasserfallen-Tunnel nach Mümliswil, Balsthal und Oensingen führen sollen, wo sie in die damalige Gäubahn einmünden sollte. Dies wäre dann der kürzeste Weg zwischen Basel und Bern gewesen. Ein Jahr später wurde mit dem Tunnel, der 3520 m lang werden sollte, begonnen. Die Euphorie im Fünflibertal war damals sehr gross gewesen. Die Landbevölkerung war zu dieser Zeit sehr arm und erhoffte sich durch den Bau des Wasserfallen Tunnels und der neuen Bahnlinie einen wirtschaftlichen Aufschwung um einen höheren Wohlstand zu erreichen.

In Reigoldswil begann der Aufschwung schon lange vor dem ersten Spatenstich. Man wollte gerüstet sein, wenn so viele Gastarbeiter aus Italien oder Deutschland nach Reigoldswil kamen. Viel Einwohner nahmen Geldkredite auf um ihre Häuser auszubauen, um Wohnungen den Gastarbeitern zu vermieten. Doch sie machten die Rechnung ohne den Wirt. Nach nur einem Jahr, 1875 ging die Baugenossenschaft Konkurs weil ihr das Geld ausging. Der Traum, dass eine Eisenbahnlinie durch das Fünflibertal führen wird, war für immer ausgeträumt.

Streckenführung in Ziefen

Wo dereinst die Streckenführung der Eisenbahnlinie in Ziefen geführt werden sollte, wusste ein Herr Recher schon damals ganz genau, obwohl es nie in Ziefen zu einem Schienentrasse bau kam. Auf seiner Zeichnung ist sehr schön zu sehen, wie die Eisenbahnlinie, notabene zweispurig, den Rebberg entlang führen sollte, wobei beim heutigen Wohnquartier „Steinenbühl“ einen Felsdurchbruch vorgesehen war. Der Bahnhof wäre auf der Höhe der heutigen „Im Rebacker“ Strasse“ zu stehen gekommen.

Die Spuren des Tunnelbau Heute

Noch Heute im 21. Jahrhundert sind Spuren des damaligen Tunnelbaus sichtbar. So ist hinter der heutigen Gondelbahn-Talstadion in Reigoldswil immer noch der Tunnel zu sehen, der rund 150 m in den Berg hinein reicht. Die Anhöhe des Autoparkplatzes vor der Talstadion der Gondelbahn bildetet dereinst das Schienentrasse der Wasserfallenbahn.

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