Überraschender Besuch aus Amerika – Ziefner Auswanderer

Familienbegegnung nach fast 300 Jahren.

Im November 2014 kam überraschend ein E-Mail übers Internet (auf Englisch) zu Dominik Stohler vom Fünflibertal Tourismus: „Mein Name ist Michael (Mike) Stohler und ich lebe in den USA. Ich gehöre zu einem Teil der Familie Stohler, die im Gebiet der Schweiz im Jahre 1738 verlies. Die Reise ging von Holland mit dem Schiff „Glasgow“ übers Meer in die neue Welt. Ich bin ein Nachfahre von Johannes Stohler der 1714 in Ziefen geboren wurde. Ich plane eine Reise um die Gegend zu besuchen wo meine Vorfahren herkamen.“

Walter Stohler Jahrgang 1930, der in Ziefen aufwuchs, nahm unverzüglich Kontakt in englischer Sprache auf und half dem Amerikaner-Stohler seine Reise in die Schweiz vorzubereiten.

Nun im Juni 2015 ist Mike Stohler geb. 1952, wohnhaft in Browsburg am Michigan-See im Bundesstaat Indiana tatsächlich in Ziefen angekommen.

Seine Vorfahren liessen sich vorerst im Bundesstaat Pennsylvania nieder, wo der genannte Johannes Stohler 1785 in Lebanon starb.

Der Vater von Mike hiess Howard Edward Stohler (1926 – 1989). Die Mutter, heute hochbetagt, sowie eine Schwester leben noch.

Mike hat ein Stohler – Familienbuch mitgebracht, da er sich intensiv mit Familienforschung befasste. Wir unsererseits konnten ihm ebenfalls Familien-Unterlagen der Stohler – Stämme Ziefen, Binningen und Basel / Riehen übergeben.

Mit dem Dorfrundgang zeigten wir ihm Ziefen und zwei Tage später unternahmen wir einen gemeinsamen Tagesausflug auf die Rigi, wo wir auch mit dem in Ziefen aufgewachsenen Philipp Stohler bekannt machten, der seit kurzem auf der Rigi – Kaltbad ein Sportgeschäft mit Kiosk betreibt (und sich nach Aufenthalten in USA und Australien gut Englisch verständigen konnte).

Begeistert war Mike auch von der Luzerner Altstadt die wir ihm auf der Rückreise noch zeigten. Auf eigener Faust erkundete er dann noch in den nächsten Tagen Basel und Umgebung.

Mike Stohler war in der Automobilindustrie tätig. Nach der Krise war er dann für einige Zeit bei der Marine auf einem Flugzeugträger, der im Mittelmeer kreuzte. Er war aber nie auf dem Festland in Europa. Bis zu seiner Pensionierung letztes Jahr (mit 62) betätigte er sich als Beamter im Verteidigungsministerium.

Mit vielen Eindrücken und voller Befriedigung die Heimat seiner Vorfahren nach fast 300 Jahren kennen gelernt zu haben, trat er die Rückreise zurück in die USA an.

Wir in Ziefen vermuteten, dass irgendwann mal Stohler ausgewandert waren, hatten aber keine Ahnung wann und wohin. Umso überraschender war nun dieser Kontakt und die persönliche Begegnung eines Nachfahren von Ziefner Auswanderer. Es war ein etwas sonderbares Gefühl nach so langer Zeit einen bisher Unbekannten weitaus Verwandten aus dem fernen Amerika kennen zu lernen. Das so erweiterte Netzwerk wirkt sich aber auch auf die Stohler – Familienforschung günstig aus, kann doch so letztendlich das angefangene Mosaikbild ergänzt und vervollständigt werden.

Autor: Franz Stohler

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